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Uran

Uran 101
Uran - eine Einführung:

  • Was ist Uran?
  • Wo wird Uran gefunden?
  • Uranversorgung
  • Nachfrage nach Uran
  • Wo liegen Uranvorkommen?
  • Wofür wird Uran verwendet?
  • Wie findet man Uranvorkommen?
  • Wie wird Uran abgebaut?
  • Tagebau
  • Untertage-Abbau
  • Rückgewinnung vor Ort
  • Wiederaufbereitung
  • Wie wird Abfall aus Kernbrennstoff behandelt?
  • Uran-Industrie in Argentinien:

  • Nuklear-Industrie in Argentinien
  • Uranförderung und -produktion in Argentinien
  • Zukunftspläne für die argentinische Nuklear-Industrie
  • Investitionsklima und rechtliches Rahmenwerk für Schürfung und Exploration
  • Weltweiter Uranmarkt


  • Uran - eine Einführung:
    Verfasst von Dr. Clifton Farrell
    Executive VP and C.O.O, Blue Sky Uranium Corp.

    (25. Oktober 2007)

    Ein typisches Uranpellet wiegt etwa 7 Gramm (0,24 Unzen). Es kann soviel Energie herstellen, wie 3,5 Barrel Öl, 17.000 Kubikfuß (etwa 481 m³) natürliches Gas oder 1.780 Pfund (etwa 807,4 kg) Kohle.

    Was ist Uran?
    In seiner typischen Form ist Uran ein silbrigweißes Metall mit einer sehr hohen Dichte - dichter als Blei. Uran kann viele chemische Formen annehmen, aber in der Natur wird es normalerweise als Oxid gefunden (in Verbindung mit Sauerstoff). Triuranoctoxid (U3O8) ist die stabilste Form von Uranoxid und der am häufigsten vorkommende Fund.

    Uran hat das höchste atomare Gewicht der natürlich vorkommenden Elemente. In der Reihe der Actinoide im Periodensystem hat es das Symbol U und die atomare Nummer 92. Es hat 92 Protonen, 92 Elektronen und entweder 145 oder 146 Neutronen. Uranatome, die 146 Protonen enthalten, werden als "Uran 238 Isotop" (238U) bezeichnet und bilden 99,3% der natürlich vorkommenden Uranmenge. Uranatome mit 145 Neutronen werden als "Uranium 235 Isotope" (235U) bezeichnet und sind leicht radioaktiv. Das 235U Isotop macht 0,71% des natürlichen Uranvorkommens aus. Sein Kern kann in einem nuklearen Reaktor gespalten werden und setzt dabei hohe Mengen an Energie frei, die zur Stromgewinnung genutzt werden können.

    Uran zerfällt langsam und gibt dabei Alphastrahlung ab. Die Halbwertzeit von Uran 238 beträgt etwa 4,47 Milliarden Jahre und die von Uran-235 704 Millionen Jahre, womit man es zur Datierung der Erdzeitalter verwenden kann.

    Die Entdeckung von Uran in der Pechblende (Uraninit) im Jahr 1789 wird Martin Heinrich Klaproth zugeschrieben, der das neue Element nach dem Planeten Uranus benannte. Eugène-Melchior Péligot war der Erste, der das Metall isolierte, und seine radioaktiven Eigenschaften wurden im Jahr 1896 von Antoine Becquerel erkannt.

    Im Jahr 1993 ließen sich die USA und Russland auf die sogenannten "Megatonnen-zu-Megawatt"-Absprachen ein, wonach jedes Land einen bedeutenden Anteil seiner nuklearen Waffen abbauen, und das enthaltene hochangereicherte Uran (etwa 90% 235U) in niedrig angereichertes Uran (4-5% 235U) umwandeln sollte, für die Verwendung als Brennmaterial in Atomreaktoren. Bis heute hat dieses Programm das Uran aus etwa 11.000 Nuklearsprengköpfen in Reaktortreibstoff umgewandelt.

    Wo wird Uran gefunden?
    Uran ist eines der am häufigsten vorkommenden Elemente, die in der Erdkruste gefunden werden. Fast überall in der Erde, in Steinen, Flüssen und Ozeanen ist es aufzufinden. Spuren von Uran können sogar in Nahrungsmitteln und menschlichem Gewebe gefunden werden.

    Es ist 500-mal häufiger als Gold und so gewöhnlich wie die Erdkruste, oft in Verbindung mit Zinn, Wolfram und Molybdän. Uran wird aus uranhaltigen Mineralen wie Autuniten gewonnen.

    Die Urankonzentration variiert je nach den Substanzen, mit denen es gemischt ist, und nach Fundort. Granit, zum Beispiel, das 60% der Erdkruste bedeckt, enthält etwa 4 Teile Uran pro Million, das sind 999.996 Teile Granit und 4 Teile Uran. Erst wenn die Konzentration 500 Teile pro Million übersteigt (0,05%), kann Uran zu heutigen Marktpreisen wirtschaftlich abgebaut werden.

    Ob Uran abgebaut werden kann, hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich der geologischen Lage, der Abbaumethode, der Marktpreise und sozialer und ökologischer Erwägungen.

    Uranversorgung
    Die Weltproduktion von Uran wird von Kanada und Australien dominiert, die zusammen etwa 51% des jährlichen Abbaus betreiben. Diesen beiden Ländern folgen Kasachstan, Niger, Russland und Namibia. Diese sechs führenden Produzenten bringen es auf annähernd 84% der weltweiten Uranversorgung. Im Jahr 2006 belief sich die weltweite Produktion von Uran auf 40.000 Tonnen.

    Kanada, Australien und Kasachstan besitzen schätzungsweise über die Hälfte der weltweiten Uranressourcen, insgesamt etwa 4,74 Millionen Tonnen. Australien besitzt rund 30% der weltweiten Ressourcen, Kasachstan 17% und Kanada 12%.

    Nachfrage nach Uran
    Viele Industrienationen hängen stark von der nuklearen Energieerzeugung ab, wobei die nukleare Energie in Ländern wie Amerika (20%), Deutschland (30%), Japan (34%), Ungarn (36%), Schweden (46%) und teilweise Frankreich (78%) und Litauen (80%) eine besonders wichtige Rolle spielt. Weltweit gibt es 443 Atomreaktoren in 31 Ländern, die eine Gesamtkapazität von 370.000 MWe (elektrische Megawatt) erbringen. Der Umfang der weltweiten Nuklearindustrie ist beträchtlich und wächst weiter an.

    Die primäre Uranproduktion deckte nur rund 62% des weltweiten Reaktorbedarfs im Jahr 2006. Die Differenz wurde durch sekundäre Versorgung geschlossen, einschließlich neu-angereichertem verbrauchtem Uran, aufbereiteten verbrauchten Brennmaterialien und untergemischtem hochangereichertem Uran (HEU).

    Besorgnisse über die weltweite Ölversorgung und die Erderwärmung haben das Interesse an nuklearer Energie wiedererweckt, da es sich um eine kohlefreie Elektrizitätsquelle ohne CO²-Ausstöße handelt. Weitere Faktoren des Aufschwungs nuklearer Energie sind eine verbesserte Reaktorleistung, ausgeweitete Brennstoffkreisläufe, erhöhte Erzeugungskapazität und reduzierte Arbeitskosten.

    Im Januar 2006 befanden sich 24 Reaktoren im Bau, 41 in der Planung (genehmigt und finanziert) und weitere 113 in der Vorschlagsphase (geplant aber noch nicht genehmigt oder finanziert). Die Neukonstruktion konzentriert sich zurzeit auf Asien, mit China und Indien an der Spitze.

    Eine Leistungserhöhung für Reaktoren in vielen Ländern einschließlich Belgien, Schweden, Deutschland, Schweiz, Spanien und Amerika wurden bewilligt. In den USA haben solche Erhöhungen 3.000 MW zusätzliche Kapazitäten zugefügt, äquivalent zur Leistung von drei neuen Reaktoren. Viele Reaktoren erhielten eine Lizenzverlängerung um weitere 20 Jahre, bei mehr als drei Viertel aller Nuklearbetriebe der USA wurden die Verlängerungen bereits bewilligt oder befinden sich im Genehmigungsprozess.

    Da die sekundäre Uranversorgung rückläufig ist und neue Reaktoren gebaut werden, wird die Nachfrage nach primärem Uran merklich steigen und möglicherweise temporäre Engpässe zur Folge haben. Obwohl die bekannten weltweiten Ressourcen an Uran mehr als ausreichend sind, um alle Reaktoren der Welt einige Dekaden lang zu betreiben, sind Lizenzierung, Konstruktion und Inbetriebnahme neuer Uranminen doch ein längerfristiger Vorgang (5-10 Jahre) und machen es so wichtig, dass die Exploration und Erschließung von Minen jetzt zügig fortschreitet.

    Wo liegen Uranvorkommen?
    Uranvorkommen werden auf der ganzen Welt gefunden. Die größten Vorkommen gibt es in Australien, Kasachstan und Kanada. Hochwertige Vorkommen (>20% U3O8) werden aber nur in Kanada aufgefunden.

    Wofür wird Uran verwendet?
    Uran wird hauptsächlich als nuklearer Brennstoff zur Energieerzeugung verwendet. Etwa 16% der Elektrizität weltweit wird von Atomreaktoren erzeugt und durch die zurückgehende Versorgung mit fossilen Brennstoffen und den steigenden Druck für billigere und sauberere (d. h. niedrig gekohlte) Energieformen steigt ihre Popularität.

    Bis es vollständig zerfallen ist, kann ein Kilogramm Uran theoretisch bis zu 20 Billionen Joule Energie produzieren (20×1012 Joule) oder soviel wie 1.500 Tonnen Kohle.

    Kommerzielle Kernkraftwerke verwenden normalerweise Uran, dessen 235U Isotope zu 4-5% angereichert wurden. Ein CANDU-Schwerwasserreaktor verwendet natürliches Uran, dessen 235U Isotop-Konzentration bei 0,71% liegt. Die Beheizung von Schwerwasserreaktoren mit Uran, das leicht auf 0,85% angereichert wurde, läuft zurzeit und reduziert die Heizkosten beträchtlich. Brennstoff für Unterwasserreaktoren ist typischerweise hoch angereichert auf 90-95% 235U. In einem Brütreaktor kann Uran-238 durch folgende Reaktion in Plutonium verwandelt werden: 238U (n, gamma) -> 239U - (beta) -> 239Np - (beta) -> 239Pu.

    Wie findet man Uranvorkommen?
    Die heutigen Explorationsaktivitäten sind wesentlich komplexer als in der Vergangenheit, da die oberflächlichen, leicht aufzufindenden Vorkommen zum größten Teil entdeckt worden sind. Die hochwertigsten Vorkommen sind tief in Felsformationen verborgen und so müssen fortgeschrittene Technologien wie Satellitenbilder, geophysikalische Erfassung, multi-elementare geochemische Analyse und Computerverfahren angewendet werden. Sobald die Geologen ein Erfolg versprechendes Vorkommen entdeckt haben, folgen detaillierte geologische und ökonomische Bewertungen der Güteklasse und der Eigenschaften des Erzkörpers.

    Wenn ein Vorkommen mit genügend Reserven entdeckt wurde, entwickeln Bergbauingenieure einen Plan, das Erz abzubauen. Sieht das Projekt aussichtsreich aus, beginnen die Bewertungen der Umweltbelastungen und die öffentliche Erhebung, sodass Anträge für behördliche Genehmigungen und erforderliche Lizenzen eingereicht werden können. Sobald die Genehmigungen und Lizenzen vorliegen, kann die Exploration der Mine und der Bau von Oberflächeneinrichtungen mit Mühlen für den Abbau des Urans, Zufahrtswegen und Anlagen für die Arbeiter beginnen. Der Zeitraum von der Entdeckung eines Erzkörpers bis zur Produktion von Elektrizität kann viele Jahrzehnte umfassen.

    Wie wird Uran abgebaut?
    Uranerz wird mit einer von drei Methoden vom Boden gehoben, abhängig von den Eigenschaften des Vorkommens und dem Wert des Urans (da der Preis für Uran steigt, können vormals unökonomische Vorkommen ökonomisch werden). Uranvorkommen, die nah an der Oberfläche liegen, können im Tagebau abgebaut werden, während unterirdische Bergbaumethoden bei tief liegenden Vorkommen angewendet werden. Mit der entsprechenden Hydrologie und Geologie kann das Erz vor Ort entnommen werden (in-situ recovery (ISR) leaching), in einem Prozess, der das Uran durch den Umlauf von sauerstoffangereicherten Lösungen durch die uranhaltigen Felsformationen herauslöst. Im Jahr 2006 kam die weltweite Uranproduktion aus dem Untertagebau (41%), Tagebau (24%) und aus ISR-Minen (26%). Wie oben angemerkt kommt Uran häufig als Spurenelement in anderen Mineralvorkommen wie Kupfer, Gold oder Phosphaten vor. Etwa 9% der weltweiten Uranproduktion im Jahr 2006 stammen aus solchen Nebenprodukt-Erträgen.

    Tagebau
    Wenn Uranerz innerhalb von 100-200 Metern unterhalb der Oberfläche liegt, wird es typischerweise mit Tagebaumethoden abgebaut. Tagebau beginnt mit der Entfernung des Abraums (Erde) und Haldengesteins über dem Erzkörper, um die Uranmineralisierung aufzudecken. Dann wird ein Schacht mit Zugang zum Erz ausgehoben. Die Wände des Schachtes werden in verschiedenen Höhen gesprengt, damit sie nicht einstürzen. Dazu werden Löcher in das Gestein gebohrt und mit Sprengstoff gefüllt, die detoniert werden, um den Felsen aufzubrechen. Der gebrochene Fels wird dann in großen Wagen, die bis zu 200 Tonnen Material befördern können, zur Oberfläche geschleppt.

    Untertage-Abbau
    Wenn ein Erzkörper tiefer als 100 Meter unter der Oberfläche gefunden wird, sind Untertage-Methoden erforderlich, da die Kosten für eine Entfernung des obenauf liegenden Gesteins (Abraum) unerschwinglich wären. Der Camecos McArthur River Erzkörper zum Beispiel liegt mehr als 500 Meter unter der Oberfläche und wird im untertage abgebaut. Der erste Schritt beim Untertage-Abbau ist, das Erz zugänglich zu machen. Der Eingang zu den Untertage-Minen erfolgt durch das Graben von vertikalen (oder schrägen) Schächten bis auf die Höhe des Eisenkörpers. Dann werden eine Reihe von Tunneln rund um das Vorkommen geschnitten. Eine Reihe horizontaler Tunnel, Strecken genannt, bieten direkten Zugang zum Erz und schaffen Belüftungswege. Alle Untertage-Minen sind belüftet, aber in Uranminen wird auf die Belüftung besonders großen Wert gelegt, um die Bestrahlung und das Einatmen von Radon zu minimieren. In den meisten Untertage-Minen wird das Erz gesprengt und zum Mahlen an die Oberfläche befördert. Bei McArthur River müssen die Verarbeitungsmethoden wegen der möglichen Strahlung durch hochwertiges Erz die Sicherheit der Arbeiter gewährleisten. Daher wird das Erz untertage zu feinem Sand gemahlen, mit Wasser verdünnt und als Schlamm oder Schlick zur Oberfläche gepumpt. Der Schlamm wird dann zum Mahlen zur Key Lake-Anlage befördert.

    Rückgewinnung vor Ort
    In bestimmten Sandsteinvorkommen erlauben die geologischen und hydrologischen Bedingungen, das Uran direkt zu lösen. Dazu wird ein sauerstoffangereichertes Lixiviant untertage gepumpt, wo es das Uran löst, und wieder zurück zur Oberfläche gepumpt, wobei das gelöste Uran in Ionenaustauscher-Säulen extrahiert wird und die wertlose Lösung untertage zurück befördert wird, um den Prozess zu wiederholen. Mit dieser Rückgewinnung vor Ort (ISR) wird die Umweltbeeinträchtigung der Oberfläche minimiert. Laugen ist ein anderes Wort für lösen und "vor Ort" bedeutet, an der ursprünglichen Stelle. Die größte Menge des in den USA, in Kasachstan und in Westaustralien produzierten Urans wird durch diese umweltfreundliche und vergleichsweise preiswerte Methode erzeugt.

    Wiederaufbereitung
    Nachdem er etwa 18 Monate in einem Nuklearreaktor benutzt wurde, muss ein Teil des nuklearen Brennstoffes durch neuen Brennstoff ersetzt werden. Der verbrauchte Brennstoff enthält mehr als 95% des 235U des frischen Brennstoffes, Plutonium (entsteht, wenn 238U ein Neutron absorbiert) und actinoide Abfallstoffe aus dem Spaltprozess. Eine Wiederaufbereitung ist die chemische Trennung des verbrauchten Brennstoffes in diese drei Komponenten. Das 235U kann wieder zu einem Reaktorbrennstoff werden. Das Plutonium kann mit natürlichem UO2 gemischt werden um Mischoxidbrennelemente (MOX) herzustellen, ein Brennstoff, der in einigen Reaktoren in Belgien, Deutschland, Frankreich und der Schweiz verwendet wird. Die actinoiden Abfallstoffe werden bis zur endgültigen Beseitigung in unterirdischen Endlagern in sicheren Depots gelagert.

    Während heute die Kosten für die Wiederaufbereitung ihre Vorteile aufwiegen, bereiten Russland und einige europäische Staaten gebrauchten Brennstoff aus ökologischen oder politischen Gründen wieder auf. Auch Länder wie Japan wenden sich der Wiederaufbereitung zu, weil ihnen eigene Brennstoffquellen fehlen und weil sie energieunabhängig sein möchten.

    Wie wird Abfall aus Kernbrennstoff behandelt?
    Radioaktiver Abfall wird allgemein in drei Kategorien aufgeteilt, abhängig von seiner Radioaktivitätsrate: niedrig, mittel und hochbelasteter Abfall.

    Niedrig belasteter Abfall beinhaltet leicht kontaminierte Kleidung und Gegenstände aus den Abteilungen für Nuklearmedizin in Krankenhäusern, Forschungslabors und Kernkraftwerken. Niedrig belasteter Abfall enthält nur kleine Mengen an Radioaktivität, die innerhalb von Stunden oder Tagen zerfällt. Nachdem die Radioaktivität zerfallen ist, kann leicht belasteter Abfall wie normaler Müll behandelt werden.

    Mittelstark belasteter Abfall kommt meist aus der Kernindustrie. Er beinhaltet Reaktorkomponenten und kontaminiertes Material aus Reaktorstilllegungen. Normalerweise werden diese Abfälle zur Entsorgung in Beton eingeschlossen und in speziellen Deponien vergraben.

    Als hochbelasteter Abfall wird im Allgemeinen verbrauchter Brennstoff aus Kernreaktoren beschrieben. Gruppen an verbrauchtem Kernbrennstoff werden aus dem Reaktor entfernt und für 10-20 Jahre in großen wassergefüllten Pools untergebracht. Das Wasser bildet einen Schild vor der Strahlung und Abkühlung der Hitze, die durch das radioaktive Material erzeugt wird. Wenn die Radioaktivität und die begleitende Hitze nachgelassen haben, wird der Brennstoff für eine mittelfristige oberirdische, trockene Lagerung in Kanister abgefüllt. Die Kernindustrie und Regierungsbehörden erwägen eine langfristige Lagerung von hochbelastetem Abfall. Obwohl verbrauchter Brennstoff heutzutage sicher in den Einrichtungen der Kernreaktoren gelagert wird, waren diese Lager niemals für permanente Aufbewahrung gedacht. Die Länder mit Atomreaktoren betreiben intensive Studien um herauszufinden, wie hochbelasteter Abfall entsorgt werden kann. Die Forschung zeigt, dass eine ideale permanente Lagerung in tiefen unterirdischen Höhlen (oder Gruben) in stabilen geologischen Formationen erfolgen sollte.

    Bis heute hat noch kein Land eine solche Grube konstruiert, obwohl von verschiedenen Geologen beachtenswerte Studien betrieben werden. Belgien erforscht zum Beispiel die dauerhafte Entsorgung in einer Lehmformation. Die USA prüfen den Nutzen des vulkanischen Tuffs der Yucca Berge in Nevada. Der Ort erhielt im Jahr 2002 die Genehmigung der Regierung und befindet sich jetzt im noch andauernden Prozess der Lizenzbeantragung. Finnland ist der Umsetzung der Entsorgung von hochbelastetem Abfall am nächsten.

    Uranindustrie in Argentinien:
    (25. Oktober 2007)

    Nuklearindustrie in Argentinien
    Argentinien führt die Erzeugung atomarer Energie in Lateinamerika an. Mitte der 50er Jahre startete das Land ehrgeizige Programme in der Nuklearenergie und Technologieentwicklung. Diese Programme umfassten die Exploration und den Abbau von Uran, die Entwicklung eines vollständigen Nuklearbrennstoffkreislaufs, den Bau und Einsatz von Kernreaktoren, die Produktion von medizinischen Isotopen und die Entwicklung und Herstellung von industriellen Irradiatoren. Argentiniens Pioniernuklearprogramm führte zur Entwicklung von einheimischen Technologien zur Urananreicherung und Rückgewinnung gebrauchten Brennstoffs.

    Im Jahr 1950 gründete Argentinien die Nationale Kommission für Atomenergie (National Commission for Atomic Energy CNEA) um seine nuklearen Aktivitäten zu koordinieren, einschließlich der Förderung und Verarbeitung von Uran. CNEA besitzt Minderheitsbeteiligungen an Unternehmen, die schweres Wasser produzieren, Uran raffinieren und anreichern und Reaktorbrennelemente, Zirkaloyhüllen und Brennstoffkomponenten herstellen. Die Schürfung und der Abbau von Uran gehört heute hauptsächlich zu den Aktivitäten des privaten Sektors, aber CNEA behält sich die Verantwortlichkeit für die Forschung und Entwicklung und für die ökologische Restauration ehemaliger Nuklearanlagen vor. Im Jahr 1994 setzte die Regierung die Nucleoeléctrica Argentina S.A. (NASA) ein, um das Eigentum und den Einsatz der Leistungsreaktoren des Landes von der CNEA zu übernehmen und um die Expansion der Reaktorflotte zu überwachen. Ein Gesetz des Jahres 1996 erlaubte die Privatisierung der NASA, diese ist aber noch nicht erfolgt. Beide, CNEA und NASA, sind gegenüber dem Energiesekretär innerhalb des Ministeriums für Planung, Investition und Dienstleistungen berichterstattungspflichtig. Eine autonome Nuklear-Aufsichtsbehörde (Nuclear Regulatory Authority ARN) reguliert alle nuklearen Industrieaktivitäten einschließlich Strahlungsschutz und nuklearer Sicherheit, physikalischem Schutz und Sicherheitsvorkehrungen.

    Argentiniens Atomkraftprogramm konzentriert sich auf Schwerwasserreaktoren betrieben mit natürlichem Uran. Zwei Atomkraftwerke sind in Betrieb: Atucha I, ein 360 Megawatt (MWe) Nettodruck Schwerwasserreaktor (PHWR), der seit 1974 arbeitet, und Embalse, ein 650 MWe CANDU-Reaktor, der 1983 an das nationale Netz angeschlossen wurde. Ihre kombinierte Leistung bringt etwa 10% der nationalen Energieversorgung. Argentinien leistete bei der Verwendung von leicht angereichertem (0,85% 235U) Uranbrennstoff anstatt natürlichem Uran (0,71% 235U) in seinen Schwerwasserreaktoren Pionierarbeit, eine Entwicklung, die zweifachen Gewinn brachte, die Brennstoffverbrennung verdoppelte und die Arbeitskosten um 40% senkte.

    Urangewinnung und -produktion in Argentinien
    Vierzig Jahre CNEA-unterstützte Urangewinnung, einschließlich begrenzter luftgestützter geophysikalischer und radiometrischer Erkundung führten zur Entdeckung verschiedener Urangebiete, wie Sierra Pintada (Mendoza), Don Otto (Salta) und Cerro Solo und Cerro Condor (Chubut). CNEA erzeugte mithilfe konventionellen Untertage-Abbaus oder Tagebaus Uran aus mehreren Vorkommen. Der weltweite Zusammenbruch der Preise für U3O8 in den 80ern und Argentiniens multiple finanzielle Krisen führten dazu, die Exploration und den Abbau von Uran durch die CNEA in den späten 90er Jahren aufzugeben.

    Mithilfe von Projekten der Technischen Kooperation (IAEA Technical Cooperation) führte CNEA die Exploration sowohl auf regionaler wie auf lokaler Ebene durch die 90er Jahre, aber ein großer Teil des Landes bleibt unter-erforscht (oder unerforscht) und sein Ressourcenpotenzial muss noch bewertet werden. In vielen vielversprechenden Gebieten wurden keine systematischen Erkundungen durchgeführt, wie zum Beispiel in der Provinz Rio Negro.

    Zwischen Mitte der 50er Jahre und 1999 berichtete die Internationale Agentur für Atomenergie (International Atomic Energy Agency IAEA), dass sich die kumulierte Uranproduktion Argentiniens auf insgesamt 2.509 Tonnen aus 7 Tagebauminen und Heap-Leaching Produktionszentren belief. Die jährliche Produktion betrug im Jahr 1976 30 Tonnen, ansteigend auf etwa 140 Tonnen in den Jahren 1976-1988 (mit einer Höchstproduktion von 187 Tonnen im Jahr 1980). Argentinien produziert seit 1999 kein Uran mehr.

    Die Uranressourcen von Argentinien sind im "Red Book" der vereinigten OECD Nuclear Energy Agentur IAEA (Uranium Resources, Production and Demand 2005) mit nur rund 15.000 Tonnen aufgelistet, obwohl die CNEA schätzt, dass in "Explorationszielen" 55.000 Tonnen enthalten sind. Für die Festlegung der tatsächlichen Ressourcen muss die Fertigstellung detaillierterer Erkundungen durch private Unternehmen mithilfe moderner Technologien und aktueller Geologiemodelle abgewartet werden.

    Die Exploration von neuen Uranvorkommen konzentriert sich zurzeit auf Provinzen, die historische Produktionen verzeichnen können (Mendoza, Chubut, Salta), sowie auf andere mit gutem geologischem Potenzial (z. B. Rio Negro, Jujuy, Catamarca). Der Uranabbau durch In-Situ (oder Lösungs)-Leaching-Technologien wurde in Argentinien nie unternommen. Die In-Situ-Rückgewinnung (ISR) hat gegenüber dem konventionellen Tagebau oder Untertage-Abbau, die vorher von CNEA verwendet wurden, viele Vorteile, einschließlich minimaler Umweltbelastungen, deutlich niedrigerer Kapital- und Arbeitskosten und einer höhere Akzeptanz seitens der Öffentlichkeit und der Anteilseigner. Uranvorkommen in patagonischen Provinzen bieten anscheinend ideale geologische und hydrologische Eigenschaften, die einen Abbau mit der ISR-Technik erlauben würden.

    Während des Nichtvorhandenseins eigener Uranproduktionen betreibt Argentinien seine beiden Schwerwasserreaktoren mit importiertem Uran, hauptsächlich aus Europa und Kanada. Rund 125 Tonnen Uran werden jährlich gebraucht, eine Menge, die bis zum Jahr 2010 nach Inbetriebnahme des Atucha II-Reaktors leicht auf 215 Tonnen ansteigen wird (mit einer angenommenen Reaktorauslastung von 90%, einem Abbrand von 8 GMD/Tonnen und natürlichem Uranbrennstoff).

    Zukunftspläne für die argentinische Atomindustrie
    Argentinien hat eine der größten und wichtigsten Ökonomien Lateinamerikas mit einem Bruttoinlandsprodukt, das seit 2003 jährlich um 8-9% steigt. Dieses hohe Niveau wirtschaftlichen Wachstums hat zu einem entsprechenden Ansteigen der Elektrizitätsnachfrage nach geführt. Der größte Teil (rund 55%) wird heute in erdgasbefeuerten Wärmeanlagen erzeugt. Der Rest der Elektrizität des Landes stammt aus Wasserkraft (35%) und Atomkraft (10%). Eine Energiekrise im Jahr 2004 führte zur Auferlegung wirtschaftlicher Kontrollen, die die Energiepreise niedrig hielten, was bewirkte, dass die Energienachfrage die Versorgung überstieg und so drohte, die aufkeimende wirtschaftliche Erholung des Landes zu ersticken. Die Investitionen in neue Energieerzeuger trockneten aus. Eine erneute politische Stabilität und robustes Wirtschaftswachstum führen zu einer Steigerung der Energienachfrage seit 2005 um rund 3% jährlich. Argentiniens Energieerzeugung ist inzwischen weitgehend privatisiert und bringt eine installierte Kapazität von rund 35 GWe. Private und staatseigene Gesellschaften produzieren Elektrizität auf einem kompetitiven, zumeist freigegebenen Markt, dabei stammen rund 11% der Gesamterzeugung des Landes aus Eigenproduktion und von privaten Erzeugern. Die Atomkrafterzeugung öffnete sich privaten Investoren, aber Erinnerungen an die Verschuldung des Landes im Jahr 2002 mit $155 Milliarden Sovereign und die riesigen Investitionen, die der Bau neuer Reaktoren erfordert ($4-6 Milliarde pro Atomkraftwerk) haben bis jetzt keine ausländischen Investoren angezogen und überlassen so den Betrieb bestehender und geplanter Reaktoren der NASA.

    Argentinien ist Unterzeichner des Kyoto Protokolls von 1997, des Abkommens der Vereinten Nationen für ein Rahmenwerk zum Klimawandel, und legte freiwillige Emissionsvorgaben ('Federal Emissions Goals'), unter Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt und makroökonomische Szenarien fest. Die Bundesregierung verkündete kürzlich nationale Energiepolitiken, die eine stärkere Verwendung von Wasserkraft und Nuklearenergie anregen, um diese Ziele zu erreichen und die Probleme städtischer und industrieller Luftverschmutzung abzuschwächen.

    Argentinien hat der Atomenergie Priorität verliehen, um seinen Energiebedarf zu decken und wirtschaftliches Wachstum zu stützen. In einem politischen Statement vom August 2006 kündigte es einen Achtjahresplan über $3,5 Milliarden für den Atomkraftsektor des Landes an, der folgende Komponenten beinhaltete: Fertigstellung des zu 80% erbauten 745 MWe Atocha II Kernkraftwerkes, Reaktivierung der 200t/J Arroyito Schwerwasseranlage, Ausweitung der Betriebslebensdauer des Embalse-Reaktors um weitere 25 Jahre und die Initiierung von Studien zur Durchführbarkeit eines, möglicherweise zweier 740 MWe CNADU-6 Reaktors(en) bei Embalse, mit einem Baustart im Jahr 2010. Nach einer zwanzig Jahre langen Pause beabsichtigt Argentinien, die Urananreicherung im Pilcaniyeu-Komplex in der Provinz Neuquén wieder aufzunehmen und will dazu seine eigene hoch entwickelte SIGMA-Diffusions-Anreicherungtechnologie verwenden. Die Regierung hat auch vor die Kommerzialisierung von CAREM zu unterstützen, einem kleinen 25-100 MWe Leichtwasserreaktor, einem argentinischen Entwurf, der für die Arbeit in abgelegenen Gegenden oder kleinen Städten entwickelt wurde. Dadurch behält Argentinien das Recht, Uran anzureichern, in einer Reihe mit anderen führenden Atomkraftindustrieländern wie zum Beispiel Brasilien, USA, Russland, Frankreich und Großbritannien.

    Die Bundesregierung hat vor Kurzem durch CNEA eine Vereinbarung mit der Regierung der Provinz Salta unterschrieben, die Wiederöffnung der Don Otto-Mine zu prüfen, die wegen der fallenden Uranpreise in den 90er Jahren geschlossen wurde. Sie unterstützt auch die Wiederöffnung der Sierra Pintada-Mine und die Exploration in der Provinz Catamarca, um das Land in Bezug auf Uran autark zu machen. Die Wiederaufnahme der nationalen Uranproduktion ist die Priorität der Regierung und steht im Einklang mit ihrer Politik zur Förderung des Wachstums nuklearer Energieerzeugung. Die heimische Produktion ist auch deshalb erwünscht, um die Energiesicherheit und --unabhängigkeit des Landes zu garantieren, besonders hinsichtlich seiner begrenzten Ressourcen an fossilen Brennstoffen.

    Investitionsklima und rechtliches Rahmenwerk für Schürfung und Exploration
    Die aggressive Strategie der Regierung Argentiniens im Jahr 1992, die mineralische Exploration und Erschließung für private Investoren zu öffnen, trieb eine enorme Ausweitung des Sektors an. Ein neues und höchst kompetitives steuerliches und rechtliches Rahmenwerk für die Bergbauinvestition war der Schlüssel zu dieser Entwicklung. Die Ecksteine des neuen Rahmenwerkes sind: das Gesetz zur Bergwerksinvestition (1993), das Investitionsmodelle anbietet und stabile Steuerbelastung garantiert, das Bundesabkommen für Bergbau (1993), das einen politischen Konsens zwischen Bundes- und Provinzbehörden bestimmt, und Revisionen der Bergbaurichtlinie von 1887, die jetzt Verfügungen des Gesetzes zum Umweltschutz im Bergbau (1995) beinhaltet. Die Bergbaurichtlinie von 1877 fungiert in Bereichen wie Mineralbesitz, Umweltrichtlinien und Einheitlichkeit bei der Handhabe von Bergbaurichtlinien als Leitungsrahmenwerk für die Koordinierung nationaler und provinzieller Kräfte. Verfahrensrechtliche Regeln unterliegen dennoch den Provinzbehörden, die alle das Konzessionssystem übernommen haben, das dem privaten Sektor Schürfrechte garantiert.

    Die Bergbaurichtlinie von 1887 ist die grundlegende Bundesregulierung, die Bergbauaktivitäten leitet, und sie enthält Bestimmungen zum allgemeinen Umfang der Konzession, technische Anforderungen, Konzessionsverpflichtungen und Konzessionslimits. Die Modernisierung der Bergbaugesetze und Investitionsbestimmungen des Landes erlaubte Argentinien, viele Eigenschaften anderer erfolgreicher Systeme von Bergbaugesetzen einzubeziehen. Diese beinhalten Bestimmungen zur Sicherheit und Übertragbarkeit des Eigentumsrechtes, zur Modernisierung des Minengrundbuchs, zum Zugang zu Konzessionen, zur Transparenz und Rechenschaftspflicht bei der Lizenzvergabe von Minenkonzessionen und zur Beschreibung minenrechtlicher Verpflichtungen. Die Explorationskonzessionen sind jetzt unbefristet - vorausgesetzt bestimmte Anforderungen wurden erfüllt. Die Einreichung von Schürf- und Explorationsrechten ist einfach und preiswert und die Limitierungen von Uranexploration und - abbau sowie die minimalen Investitionsanforderungen wurden aufgehoben.

    Argentiniens umweltrechtliches Rahmenwerk erfordert einige Verstärkung um spezifische Ziele, Maßstäbe und technische Leitlinien einzubeziehen, welche die Umwelt in den verschiedenen Phasen de Abbaus (Exploration, Produktion, Stilllegung) schützen sollen. Weitere Punkte, die angesprochen werden sollten, beinhalten finanzielle Absicherung, Planung von Stilllegungen, öffentliche Beteiligung sowie Maßnahmen und Handlungen um schädliche Umwelteinflüsse zu minimieren.

    Im Einklang mit ihrer Entscheidung, alle nuklearen Aktivitäten auf den privaten Sektor zu verlegen, kündigte die Regierung vor Kurzem die nationale Handhabung von Uranabbau sowie eine Politik an, die aus- und inländische Investitionen in diese Aktivitäten ermutigen sollen. Trotzdem hat jede argentinische Provinz ihre eigenen Konzessionsregeln und verfahrensrechtliche Bestimmungen für den Bergbau, die Übereinkommen und Interpretation erfordern. In jeder Provinz unterliegen die Konzessionsbehörden unterschiedlichen Gesetzgebungen, sodass Konzessionsverfahren und umweltrechtliche Genehmigungen von den jeweiligen provinziellen Rechtsbehörden abhängen.

    Uranabbau und Kernkraftwerke erlauben heute privates Eigentumsrecht. Es gibt keine Restriktionen für die Beteiligung von lokalen und/oder ausländischen Privatunternehmen an der Uranexploration oder --produktion oder am Export und Verkauf der Mineralerträge zu Weltmarktpreisen. Uran wurde zwar als wichtiges Mineral klassifiziert, aber die 1990er Revisionen der Bergbaurichtlinien reduzierten seinen Status auf gewöhnliches Mineral. Der argentinische Senat überlegt inzwischen, Gesetze zu verabschieden, die Uran als "wichtig" reklassifizieren und seinen Export zu verhindern, "...so lange, wie die Menge, die das Land im Eigenbedarf benötigt, nicht erreicht wurde...". Außerdem sollen alle Verkäufe zu Marktpreisen an CNEA erfolgen. Wie groß die Wahrscheinlichkeit für eine Umsetzung dieser Gesetze ist, ist nicht bekannt.

    Argentinien hat seine Geschichte institutioneller Instabilität durch vollwertige, freie Unternehmungen, ökonomische Reformprogramme und ein beispielloses Privatisierungsprogramm besonders im Bergbau und der Energieerzeugung erneuert. Es hat seine Wirtschaft liberalisiert um heimisches Wachstum zu stärken und ausländische Investoren anzuziehen, ganz besonders im Energiebereich. Seine Politik für Investitionen aus dem Ausland ist enorm fortschrittlich und geschäftsfreundlich und autorisiert zum Beispiel die gleichwertige Behandlung von ausländischen und lokalen Investoren und die Rückführung von Kapital und Profiten ohne vorherige Genehmigung der Regierung. Argentinien hat mit all seinen Handels- und Investitionspartnern bilaterale Investitionsabkommen (Bilateral Investment Treaties BITs) abgeschlossen, um sich gegen Restriktionen von Kapitalbewegungen und Enteignungen abzusichern und um Investitionsstreitigkeiten zu lösen.

    Nach der letzten "Doing Business"-Untersuchung der Weltbank rangierte Argentinien im Jahr 2007 in "ease of doing business (Erleichterungen im Geschäftsleben)" auf Platz 109 von 178 untersuchten Nationen. Diese Untersuchung, die Themen berücksichtigt wie der Start eines Unternehmens, die Beschäftigung von Arbeitern, der Umgang mit Lizenzen, Eintragung von Eigentum, Erhalt von Krediten und Investorenschutz, schreibt diese niedrige Einschätzung einem strafenden Steuersystem, Verzögerungen von gesetzlichen Reformen und fehlenden Reformen im Insolvenzprozess zu.


    Weltweiter Uranmarkt
    Die weltweit 443 Kernreaktoren erzeugen jährlich 370 GW Elektrizität, das entspricht 16% der weltweiten Stromerzeugung. Ein neuer Bericht der IAEA von 2007, "Energie, Elektrizität und Kernkraft bis zum Jahr 2030" genannt, prognostiziert bis zum Jahr 2030 einen 2,5-prozentigen Anstieg an nuklearer Erzeugung auf 447-679 GW. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die aufkeimende Nachfrage der asiatischen Märkte sowie auf Besorgnisse über die Sicherheit von Energieversorgung und die erforderliche Senkung von Treibhausgasen zurückzuführen. IAEA erwähnt, dass 16 der 31 im Bau befindlichen Reaktoren im Jahr 2006 in China und Asien stehen. China, das zurzeit weniger als 3% seiner Energien aus Nuklearkraft gewinnt, sieht bis 2020 einen fünffachen Anstieg an nuklearer Energie vor und Indien plant bis zum Jahr 2022 einen achtfachen Anstieg.

    Der Uranbedarf für alle Reaktoren der Erde im Jahr 2006 wird von der World Nuclear Association (WNA) auf 64.200 Tonnen geschätzt. Diese Nachfrage wird in 2010 auf 64.700 Tonnen, in 2020 auf 81.000 Tonnen und in 2030 auf 109.100 Tonnen ansteigen, basierend auf Annahmen zu neuen Reaktorkonstruktionen, Strategien zum Brennstoffmanagement (Tails-Untersuchungen) und antizipierten Abbaukapazitäten. Die weltweite Produktion an primärem Uran hat aber in den letzten paar Jahren nur durchschnittlich 40.000 Tonnen betragen und damit im Jahr 2006 nur 62% des Reaktorbedarfs gedeckt. Die Versorgungslücke an primärem Uran (24.200 Tonnen in 2006) wurde mit Uran aus sekundärem Bezug geschlossen, einschließlich der Abreicherung von Vorräten hochangereicherten Urans (HEU) aus dem Besitz des russischen und amerikanischen Militärs, der Rückgewinnung von gebrauchtem Nuklearbrennstoff, der Wiederanreicherung von abgereicherten Uranresten und der Auflösung von Energieüberhangbeständen von Energieversorgungsunternehmen. Die sekundäre Versorgung von Uran wird mit der Zeit zurückgehen und es ist vorherzusehen, dass sie bei der Befriedigung des Reaktorbedarfs eine schwindende Rolle spielen wird.

    Kanada, Australien und Kasachstan sind die größten Produzenten primären Urans, im Jahr 2006 stellten sie 60% weltweit. Die Produktion kam hauptsächlich aus Untertage-Abbau (41%) und Tagebau-Minen (24%), mit geringeren Mengen als Nebenprodukt (z. B. von Phosphat, Gold, unedlem Metall) (9%) und ISR (26%). Das Red Book berichtet von identifizierten Ressourcen, die zu Kosten von weniger als 130 US-Dollar/kg (oder rund 50 US-Dollar/Pfund U3O8) insgesamt 4,74 Mio. Tonnen ergeben würden, oder bei heutigen Verbrauchszahlen die Produktion von rund 75-80 Jahren. Es gibt also recht genaue Kenntnisse über die Uranversorgung, um die Pläne zum Bau und zur Inbetriebnahme von neuen Atomkraftwerken zu stützen. Die Erschließung dieser identifizierten Ressourcen hängt jedoch von behördlichen und ökologischen Erwägungen, von Finanzierungsmöglichkeiten, von der Verfügbarkeit ökonomischer Abbaumethoden und von politischen Faktoren ab.

    Die Erwägung der Produktion von primärem Uran aus neuen und bestehenden Minen sowie aus verfügbaren sekundären Versorgungsquellen zeigt, dass es eine adäquate Versorgung mit Uran geben muss, um den Brennstoffbedarf der weltweit wachsenden Zahl an Reaktoren zu decken. Die Inbetriebsetzung neuer Minen ist ein zeitaufwendiger Prozess, der behördlichen Verzögerungen, Anfechtungen durch Geschäftsinteressenten, Steuerpolitiken der Gastländer und Marktbedingungen unterliegt. Die dreizehnfache Steigerung des Welturanpreises von 2003 bis Mitte 2007 hat auf der ganzen Welt zu einer hektischen Aktivität an neuen Explorationstätigkeiten geführt, sowohl von alteingesessenen wie auch von neuen Mitspielern. Die Produktion aus diesen neuen Quellen wird nötig sein, um den Brennstoffbedarf des expandierenden Reaktorenbestands zu decken, der in den Jahren 2015-2020 vor uns liegt.

    Verfasst von Dr. Clifton Farrell
    Ausführender Vizepräsident und Chief Operating Officer C.O.O, Blue Sky Uranium Corporation.

    Referenzen

    1. Uranium Resources, Production and Demand 2005 ("Red Book"): Organization for Economic Cooperation and Development (OECD) and the International Atomic Energy Agency (IAEA), 2006
    2. Energy Balances for Argentina: International Energy Agency (IEA) Energy Statistics, 2007
    3. 2006 Policy statement (Grundsatzerklärung)
    4. Argentina: Mining Prospecting and Exploration Legal Framework -- Guidelines for Foreign Investors: Beretta, Omar and Garcia, Lucas, Mondaq Inc., 2007
    5. Bill Seeks to Ban Uranium Exports: Business News America, 16. Oktober 2007
    6. Doing Business 2008: Comparing Regulation in 178 Economies: World Bank, 2007
    7. Argentina Sets Course for Nuclear Power, Enrichment: Deutsche Presse-Agentur, 23. August 2006
    8. The Global Nuclear Fuel Market -- Supply and Demand 2007-2030: World Nuclear Association, 2007  
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